Schwarze Magie ist nichts für jeden Es herrschte nur ein mäßiger Verkehr an der Kreuzung der Brewer Street mit der Saint Pulteney Street, obwohl es bereits Mitternacht war und das Leben und Treiben hier in Soho, London, seinen Höhepunkt zustrebte. Lediglich ein einziger Mensch gewahrte die unheimliche Gestalt, die mitten auf der Kreuzung wie aus dem Nichts erschien: Ein Kraftfahrer, der sie gerade passiert hatte und zufällig in den Rückspiegel schaute. Er registrierte die Erscheinung, schüttelte verwundert den Kopf und vergaß den Vorfall schnell wieder, den er seinen überreizten Nerven zuschrieb. Der unheimliche Mann blickte sich kurz um, als müsse er sich orientieren, und steuerte dann auf den Bürgersteig zu. Er war etwas ungewöhnlich gekleidet. Ein nachtschwarzer Umhang umhüllte seine Gestalt. Auf dem Kopf hatte er einen tief in die Stirn gezogenen breitkrempigen Hut sitzen. Die Krempe beschattete sein Gesicht. Ein verirrter Lichtstrahl traf es für Sekundenbruchteile und spiegelte sich in den seltsamen Augen, scheinbar ein dämonisches Feuer entfachend. Das Antlitz war scharf geschnitten und wirkte abstoßend, obwohl man es nicht als häßlich bezeichnen konnte. Der Fremde erreichte den Bürgersteig und blickte sich abermals um. Niemand achtete auf ihn. Ungewöhnlich gekleidete Menschen waren in Soho offenbar keine Seltenheit. Der Mann verließ die Brewer Street und ging die Saint Pulteney Street entlang. Vor dem Eingang zu »Johnny´s Bar«, verhielt er den Schritt. Ein teuflisches Lächeln umspielte den schmallippigen Mund.
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