aus dem Englischen von Michael Koseler Betonsilos in denen bis zu . Menschen hausen, die Temperaturen um die °C hoch und die unteren Stockwerke immer wieder überflutet. In diesen Wohntürmen hausen wie Tiere die Negativler, regiert und beschützt von ihrem Turmboss. Arbeit gibt es keine, sie leben von dem was ihnen der bankrotte Staat gibt oder vom Schwarzhandel und Schiebereien. Nur wenige privilegierte Positivler gehen einer Tätigkeit nach, überwiegend als Soldat oder Geheimpolizist. Das ist der Rahmen in dem der Australier Turner seine großartige Geschichte erzählt. Die Auswirkungen des Treibhauseffekts sind sekundär. Es ist das Drama einer Positivler-Familie, die in die Randzone zu den Negativlern abstürzt und im Mittelpunkt befinden sich die beiden Söhne. Unversöhnlich bis zum gegenseitigen Hass stehen sie sich gegenüber, gehen getrennte Wege, die dann aufgrund der äußeren Umstände doch wieder zusammenführen. Turner umgibt die beiden mit vier wichtigen Nebendarstellern und was sein Roman besonders lesenswert macht, er lässt diese Charaktere jeweils ihre subjektive Sicht des Geschehens schildern. Das ist perspektivisch abwechslungsreich, interessant und bringt eine ungewöhnliche Spannung hervor. Neben dem Brüder-Konflikt beschäftigt sich Turner intensiv mit der Interdependenz dieser fiktiven Zweiklassengesellschaft. Geschickt beschreibt er die verwickelten Beziehungen und analysiert die subtile Symbiose. „Sommer im Treibhaus“ ist ein ansprechender und fesselnder Roman, der nicht nur durch seine Geschichte, sondern auch durch die Psychogramme hervorragend zu unterhalten vermag. (Jim Melzig)
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